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Aktuelles

Scheidung mit nur einem Anwalt?

Häufig erlebe ich in meiner täglichen Praxis, dass ein Mandant zu mir kommt und sagt, er und sein Ehepartner/ seine Ehepartnerin wollen geschieden werden und nur einen Anwalt beauftragen.
Dies ist so nicht möglich.
Ein Anwalt ist Interessenvertreter und kann nur die Interessen eines Mandanten gut und effektiv vertreten. Gerade bei einer Scheidungsangelegenheit existieren jedoch widerstreitende Interessen, sodass der Anwalt bei Vertretung beider Ehepartner in einen Interessenkonflikt geraten muss. Widerstreitende Interessen können insbesondere bei Fragen des Unterhalts, des Umgangs mit Kindern und des Sorgerechts auftreten. Es ist daher nicht möglich, dass sich beide Ehepartner vor Gericht von nur einem Anwalt vertreten zu lassen.
Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass nur einer der Ehepartner einen Rechtsanwalt beauftragt einen Scheidungsantrag zu stellen.
Der andere Ehepartner kann dann zwar keinen eigenen Scheidungsantrag stellen - für die Stellung eines Scheidungsantrages besteht Anwaltszwang - kann aber im Erörterungstermin bei Gericht dem Scheidungsantrag zustimmen.
Somit tritt im Endeffekt nur ein Anwalt vor Gericht auf und es entstehen nur die Kosten für die Beauftragung eines Anwaltes und nicht die Kosten für die Beauftragung zweier Anwälte.
Es steht den Ehegatten natürlich frei, untereinander zu vereinbaren, dass sie sich die Kosten für die Beauftragung des einen Anwaltes teilen.
Der Bundesgerichtshof hat sich gerade in einem aktuellen Urteil (Urteil vom 19. September 2013) IX. ZR 322/12 mit diesem Thema befasst
(http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&az=IX+ZR+322/12&nr=65685).
In diesem dem Urteil zugrunde liegenden Fall, hatte ein Anwalt zuerst beide Eheleute beraten und danach nur noch einen vertreten.
Der Bundesgerichtshof stellte fest, dass hier widerstreitende Interessen zwischen den Eheleuten vorlagen und das der Anwalt, nachdem er einmal beide Eheleute gemeinsam beraten hat, weder für die Ehefrau, noch für den Ehemann tätig sein durfte.

Wir handhaben es in unserem Büro so, wenn doch einmal Eheleute gemeinsam zu einer Beratung auftauchen und einem schildern, dass sie nur einen Anwalt beauftragen wollen, dass wir dann darauf hinweisen, dass wir nur einen der Eheleute im Scheidungsverfahren vertreten können, da sonst eine gute Beratung des zu Vertretenden aufgrund der eventuell vorliegenden widerstreitenden Interessen nicht möglich ist.

Meine Empfehlung ist allerdings, dass sich beide Ehepartner zumindest anwaltlich beraten lassen, da die Stellung des Scheidungsantrages nur durch einen Ehepartner u.a. erbrechtliche Auswirkungen haben kann.

 

 

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